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DJV - Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

Geschäftsbedingungen des Bauer- Verlags sind urheberfeindlich

Von Redaktion • 14.07.09 • Thema: Honorare, News, Urheberrecht

Berlin, 14.07.2009 – Als Verstoß gegen alle Prinzipien des Urheberrechts bezeichnen DJV und ver.di neue Vertragsbedingungen für freie Journalisten des Bauer-Verlags. Mit den Bedingungen werden freie Autoren und Fotografen gezwungen, die Rechte an ihren Beiträgen und Fotos für umfangreiche Nutzungen des Bauer-Verlags und Dritte freizugeben. Für Mehrfachnutzungen sollen sie keinerlei gesonderte, angemessene Vergütung erhalten. Darüber hinaus wird das Recht auf Namensnennung verwässert.

„Der Verlag will sich durch die Klauseln zu einer Nachrichtenagentur mausern, die die Beiträge weltweit nutzt und weiter vermarktet“, kritisierte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Doch die Mehrfachverwertung sei ein Grundrecht der Freien selbst. Ohne diese Möglichkeit rechneten sich viele Aufträge und selbst recherchierte Projekte gar nicht mehr. Viele Interviewpartner und auch fotografierte Personen machten Informationen und Bildaufnahmen zunehmend davon abhängig, in welchen Publikationen die Beiträge erscheinen sollten. „Daher ist eine unbegrenzte Nutzung durch den Verlag eine Gefahr für die Glaubwürdigkeit und Recherchemöglichkeiten freier Journalisten“, sagte Frank Werneke, stellvertretender Bundesvorsitzender der Gewerkschaft ver.di.

DJV und ver.di fordern den Bauer-Verlag auf, die Geschäftsbedingungen sofort zurückzuziehen und sich an den Verhandlungstisch zu setzen. Wer die Freien am Bauer-Verlag unterstützen will, kann sich diesem Onlineaufruf anschließen, der unter http://bauerprotest.djv-online.de abrufbar ist. Freie sollten den Geschäftsbedingungen grundsätzlich widersprechen. DJV und ver.di werden darüber hinaus auch den Weg der Verbandsklage beschreiten, wenn dies notwendig wird.

Hier können Sie sich unter den Kommentaren dem Protest anschließen!

122 Kommentare »

  1. Das sind Knebelbedingungen für die freien Kollegen, die den ganzen Berufsstand treffen - auch mich als (noch) Festangestellten.

  2. Gutes Geld für gute Arbeit! Wer journalistische Tätigkeit nicht angemessen honoriert, sägt an dem Ast, auf dem er sitzt. Nur lukrative Honorare sichern journalistische Qualität.

  3. Hallo liebe DJV-Funktionäre,

    wäre schön, wenn Ihr nicht nur laut rumkrakelen, sondern auch mal was machen würdet. Die Verbandsklage muss sofort eingereicht werden, wenn Euch Eure Freien etwas wert sind.

    Grüße
    DJV-Mitglied

  4. Einmal zahlen - einmal nutzen! Fünfmal nutzen - fünfmal zahlen…

  5. Früher haben wir in der Schule gelernt, was Kapitalismus und seine Auswüchse bedeuten - und hielten es für Propaganda.
    Heute wissen wir es besser, nehmen es aber nicht widerspruchlos hin! Das wird der Bauer-Verlag auch noch merken.

  6. Wenn diesen Machenschaften nicht ein Riegel vorgeschoben wird, wird es langfristig immer weniger freie Journalisten und Fotografen geben. Vor allem würden sich zukünftige Journalisten überlegen, ob es sich überhaupte noch lohnt diesen Beruf zu ergreifen.

  7. Seit über 8 Jahren versuche ich mich gegen diese und ähnliche Verträge zu wehren, es müssen einfach mal alle mitmachen!!! Nur gemeinsam können wir etwas erreichen. Wieso ist Freelens nicht mit im Boot?

  8. Mein Crashkurs für Verleger “Wie erpresse ich die geistigen Urheber meines Reichtums mit ausbeuterisch-kriminellen AGB” war bereits innerhalb von Minuten nach Bekanntgabe ausgebucht… Alle Teilnehmer haben ihn mit Erfolg absolviert ;-) Noch hat niemand von ihnen nach den Aufbaukursen gefragt, der umgehend angeboten wird, wenn auch der letzte Urheber sich auf´s Taxi fahren verlegt hat, um die entstandene Kompetenzlücke mit kleinen Tricks zu füllen: “Wie mache ich mir ein tolles Titelfoto”, “Illustration leicht gemacht” und “Texte wieder selbst schreiben” - für besonders wirtschaftlich handelnde Verleger kommt der sparsame Do-it-yourself-Gedanke endlich wieder voll zum Tragen :-))

  9. Gute Qualität lässt sich nur mit einer angemessenen Honorierung erhalten. Die Verlage und Medienanstalten beschädigen sich selber, wenn sie ihre freien und festangestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter knebeln, mit Dumpingpreise abfinden und die Arbeitsbedingungen stetig verschlechtern. Der Niedergang vieler Medien und schlussendlich auch der Verlagshäuser wird die Folge sein, wenn es nicht zu einem Innehalten und einem gemeinsamen Erarbeiten neuer Strategien kommt.

  10. zu 7, Gabriele Fromm: Keine Sorge, Freelens unternimmt auch etwas, will aber derzeit wohl separat handeln. Bedauerlicherweise. Freelens-Mitglieder sollten diesen Appell aber auch unterzeichnen, da es um die Sache geht!

  11. Wer es sich irgendwie erlauben kann, sollte für diesen Verlag gar nicht mehr arbeiten. Das gilt allerdings inzwischen auch viele andere “Arbeit”-Geber, die nur noch eines im Sinn haben: die eigene Familie auf Kosten anderer gut durch die Krise zu bringen.

  12. Was soll man da noch sagen? - “Melken kann der Bauer - was andres hat er nicht gelernt …”
    Hier wird für einen typischen Verleger-Wunsch einmal zu viel an der Lampe gerieben … Pfui.

  13. Die Urheberrechte liegen klar beim jeweiligen Autoren bzw. Fotografen. Da Freie gerade von Mehrfachveröffentlichungen leben, entziehen Vertragswerke wie die des Bauer-Verlags den freien Kolleginnen und Kollegen auf diese Weise die Lebensgrundlage. Somit ist dieses Gebaren nicht nur rechtlich, sondern vor allem auch ethisch bedenklich!! Zudem bedeuten solcherlei Verträge auch ein hohes Risiko für Feste. Denn ist es einem Verlag erst einmal möglich, sein Geschäft mit “billigen” Freien aufrecht zu erhalten, gibt es kaum noch Gründe “teurere” Feste in Lohn und Brot zu halten.

  14. Es ist mehr als bedenklich, wenn eines der Flagschiffe des deutschen Verlegertums solche Tendenzen zeigt. Am besten boykottieren, nicht nur mit der eigenen Arbeit, sondern auch im Zeitschriftenhandel.

  15. Erschreckend und schade für alle, auch den Verlag, denn ich stimme zu: für kleines Geld ist Qualität langfristig nicht zu halten! Erst gestern hatte ich ein Gespräch über diesen bedauerlichen Trend. Neben den Erfahrungen als Autorin weiß ich, wie schwer Fotografen für die Bilder schuften, die sie abliefern, und wie ihnen daran gelegen ist, gute Qualität abzuliefern und sich damit ein Stück weit unverwechselbar zu machen. Wenn neben dem geistigen Eigentum, dem unverwechselbaren Stil, dem Kapital, das hart erarbeitet wurde, selbst das noch flöten geht…

  16. Vielleicht sollte ich das Abo meiner TV-Zeitschrift kündigen. Es gäbe mir das Gefühl, auch praktisch was zu unternehmen, auch wenn’s nur ein winziger Fliegenschiss ist…

  17. Wann??????? werden alle Freien es verstehen, das man nur gemeinsam stark ist. Deswegen, gemeinsam gegen solche Knebelverträge vorgehen. Aufstehen - Kollegen!

  18. Na Bravo sag i!

    Erst Videojournalismus, jetzt auch noch Rechteabtretung ohne Mehrvergütung.
    Die Qualität des anspruchsvollen Journalismus leidet immer mehr.
    Wenn schon komplette Abtretung, dann bitte zu einen vernünftig bezahlten Total Buyout.

    In der Werbung funktioniert das doch auch.

  19. Solange es Freelancer gibt, die für ein Honorar Beiträge oder Bilder liefern, bei dem es -auf Stundenlohn umgelegt- nicht einmal einen Satz ergäbe, für den ein Hartz IV-Empfänger die Bettdecke wegschlägt, werden die Verleger sich die Hände reiben - und rein kapitalistisch natürlich auch gleich alle Zweitverwertungsrechte mit einsammeln.
    Das ist ökonomisch und kulturell eine Katastrophe und führt dazu, dass man wirklich viele Aufträge schon deshalb ablehnen muss (oder müsste), weil kaum noch die Fahrtkosten mit dem sog. Honorar abgedeckt werden.
    Wer direkt Betroffener ist, kann natürlich oft nicht einfach auf die Aufträge verzichten, sollte aber einmal mit einem spitzen Bleistift nachrechnen, ob der Verlag nicht mit einem Auftrag wirklich dazu verleitet, Dinge zu tun, bei denen man unter dem Strich sogar noch Geld mitbringen muss…
    Ich lehne konsequent alle Aufträge ab, wo die Gefahr besteht, dass nix hängen bleibt. Warum soll ich mich für irgendeinen Verleger quer legen, wenn ich nicht direkt einen Nutzen daraus ziehe?

  20. Das Schmarotzertum der Manager, in diesem Fall der Bauer Verlag, greift immer weiter um sich. Hier werden bestimmt wieder die Geldbörsen derer gefüllt, die ohnehin schon satte Gehälter einstreichen. Der Verbraucher sollte ganz einfach die Bauer Produkte meiden!!! So etwas zieht immer.
    Der Fisch stinkt immer vom Kopf her !

  21. Wenn ich für meine Arbeit umfangreich und ausreichend honoriert würde, wäre ich generell bereit, meine Werke auch zur Dritt- und Mehrfachverwertung freizugeben.

  22. Ich schließe mich dem Protest an und bitte eindringlich darum, die Früchte geistiger Arbeit ebenso zu entlohnen und gesetzlich zu beschützen wie die Früchte jeder anderen Form von landwirtschaftlicher, handwerklicher oder gewerblicher Arbeit.

  23. … beste Qualität wünschen und am besten nichts bezahlen - Geiz ist also nun auch bei Bauer geil?! Fakt ist - so geht es nicht weiter … aber nach ASV nun Bauer, wer sind die nächsten?! Ich hoffe alle widersprechen - trotz Drohgebärden wie: “Dann kaufen wir nichts mehr von Ihnen!” - ich denke wenn wir alle zusammenhalten, dann können auch die großen Verlage nichts erreichen !!! Wann haben wir zuletzt einmal wirklich alle eigentlich die Arbeit niedergelegt ?!

  24. Ich unterstütze den Protest des DJV und der Kolleginnen und Kollegen. Leider geht der Trend in vielen Bereichen zu Ausbeutung und Dumpinglöhnen.

  25. Liebe Kollegen, geehrte Verlage
    Einseitige Vertragsänderungen, hier zum Nachteil von Selbstständigen Fotografen, machen die Welt nicht besser. Nur wenn dieser Freie Beruf für den Einzelnen eine ausreichend honorierte Bezahlung verspricht zur eigenen Lebensplanung, die es dem Einzelnen trotz aller Umstände die dieser Beruf mit sich bringt erlaubt eine Familie zu gründen hat die Gemeinschaft einen Vorteil. Zu dieser Gemeinschaft gehören auch die Verlage die sich dann der nachhaltigen und qualifizierten Arbeit der Fotografen bedienen um in ihren Produkten weiterhin eine so vorzügliche Qualität vorzuhalten. Ich meine, daß Verlage welche den Freien ihre Existenzgrundlage entziehen durchaus vergleichbar mit Firmen sind die andere Firmen aufkaufen um sie finanziell auszubeuten. Diese Firmen werden mit Heuschrecken verglichen.

  26. man muss sich wehren!

  27. Eines der großen Probleme liegt in der unternehmerischen Struktur der Verlage selbst. Die betriebliche Infrastruktur setzt sich nicht selten aus eigenen Druckereien, Versandabteilungen, Vorstufe etc. und natürlich Verwaltung zusammen. Das heißt, die Verlage müssen zunächst diese extremen (Kapital-/Invest-)Kosten decken. Die Möglichkeiten Kosten zu “cutten”, ergeben sich aus Sicht der Kostenrechnung / Bilanzierung im Grunde und im Wesentlichen nur dadurch, dass man rigoros Personal abbaut und Honorare radikal reduziert. Es ist etwas sarkastisch formuliert das Prinzip der alten Baumwollplantagen.

    Es gibt allerdings ein Geschäftsmodell, das ohne den massiven Kostensockel auch Zeitschriften/News/Bilder etc. zu liefern im Stande ist und zwingend unternehmerisches Denken und Handeln erfordert: die Freien vernetzen sich sehr präzise, bilden virtuelle Redaktionen und produzieren schließlich ihre eigene Zeitschrift. Mit klarem Profil, gemanaged und aus eigenem Antrieb. Ist die Arbeit gut, dann setzt sich der Titel durch. Und wenn nicht, muß man sich ein neues Konzept für den Titel überlegen oder was anderes tun. Die Inhalte zu erstellen, das kostet naheliegenderweise und vergleichsweise nicht viel Geld.

    Wenn dann die Druckaufträge nach einer klar definierten und vollzogenen Ausschreibung rausgehen, dann ist unternehmerischer Wettbewerb in Richtung Druckereien/Verlage angesagt. Der beste Produktioner, die beste Druckerei und der geeignete Versandservice etc. setzen das um, was die eigentliche Leistung ist: journalistisch-grafisch-fotografische Arbeit, die von ihrem Wesen wenig kapitalintensiv ist.

    Da im Moment mehr Investoren geneigt sind, Geld für interessante Projekte einzusetzen, wäre es diskutabel, mit einem NACHHALTIGEN Investor ein entsprechendes Geschäftsmodell zu präzisieren und in Form zu gießen. Wenn sich vereinfacht gesprochen 10 journalistisch tätige Leute, die an einem Strang ziehen und klar unternehmerisch denken, eine Zeitschrift definieren, einen professionellen Business-Plan diszipliniert und durch Geld gestützt “druchziehen”, dann wird das allemal deutlich dynamischer sein, als ein teures Verlagsschiff zu fahren.

    Das Problem ist, dass sich Verlage nicht selten zu einer Druckerei mit angeschlossener Redaktion gewandelt haben…

  28. Verleger sägen am eigenen Ast? Appelle an Vernunft oder Einsicht der “Verleger” nutzen überhaupt nichts, da lachen die nur drüber. Bei denen zählt nur das Geld, und sei es auf Kosten ihrer ausgebeuteten MitarbeiterInnen. Verbandsklage sofort! Nötig sind aber auch gewerkschaftliche Aktionen, Solidarisierung der Freien muss organisiert werden. Und die politische Lobbyarbeit des DJV muss verbessert werden. Wenn Politiker über die Qualitätsverluste bei den Medien klagen (s. MP Rüttgers u.a.), muss man von ihnen entsprechende Gesetzgebung verlangen.

  29. Ich unterstütze den Protest gegen die Bauer-Vertragsbedingungen!
    Je mehr Freie sich diesem Protest anschließen, desto stärker können unsere Gewerkschaften für uns agieren.

  30. Was soll diese Beutelschneiderei? Wir Freien leben schließlich von den Honoraren. Bevor ich mich auf solche Bedingungen einlasse, beantrage ich lieber Hartz IV.

  31. Unterstütze den Protest auch! Aber wie wärs mal mit einer echten Petitions-Liste, in die man sich eintragen kann. So wirkt das ganz ein wenig unprofessionell.

  32. Nicht nur die Freien werden offensichtlich wie das Letzte behandelt, sondern auch die Angestellten. Das angesprochene Baumwollplantagen-Prinzip von Herrn Joka finde ich nicht sarkastisch sondern realistisch.

    Nur ein kleines, vielleicht unwichtiges, aber bezeichnendes Beispiel für das respektlose Umgehen mit Mitarbeitern. Thema Mitarbeiterabos (von Herrn Bauer auch selber im Spiegel-Text angesprochen). Die Praktikanten arbeiten für quasi kein Geld und schreiben die Magazine voll - zum Dank bekommen sie dann aber nicht einmal ein Mitarbeiter-Abo von 3 Publikationen aus dem Hause. Da kann man nur sagen, recht hat die Bauer-Familie, wo kommt man denn auch hin, wenn man etwas verschenken würde. Es findet sich ja eh immer frisch Fleisch, was hofft nach einem Praktikum in der Fleischerei arbeiten zu dürfen.

    Der “merkwürdige” Umgang mit Menschen fängt also klein an und hört groß auf, um am Ende den extra großen Bauer auf dem Tisch zu haben. Es wäre wirklich an der Zeit diesen egoistischen Hunger nach dem ewigen Mehr-haben-wollen dieser Familie zu stoppen.

  33. Es ist der beklagenswerte Wandel in den Zeitungshäusern: statt des publizistisch interessierten Verlegers bekommen die kaufmännischen Interessen Oberhand. Es geht fast nicht mehr um Inhalte, sondern - so der Anschein - nur noch um den Profit. Denn wer inhaltliche Qualität im Interesse der Leser bieten will, braucht qualifizierte, engagierte und selbstbewußte journalistische Mitarbeiter. Und die sollten anständig und fair behandelt werden. Das gilt nicht nur hinsichtlich der Honorare und Gehälter, sondern auch bezüglich der Autoren- und Urheberrechte. Wer Journalisten ´”knechtet” und deren vermeintlich schwächere Position skrupellos ausnutzt diskreditiert sich nicht nur menschlich, sondern auch unternehmerisch. Deshalb unterstütze ich die Proteste gegen die Vertragsbedingungen des Bauer-Verlages.

  34. Zu diesen Praktiken gibt es nur ein Wort zu sagen: Einspruch!

  35. Bitter, dass immer mehr Verleger die Freien wie Freiwild im Honorarwald behandeln. Auf Dauer kann das nur nach hinten losgehen. Ätzend, nervig, überflüssig!

  36. Wie Wolfgang Grebenhof schon sagt: Gutes Geld für gute Arbeit.

    Oder anders formuliert: Niemand ist gezwungen den Vertrag zu unterschreiben!

  37. Die dreistesten BAUERn ernten die dicksten Kartoffeln oder wie war das noch mal??
    Also wenns nach mir geht: No, you can´t!

  38. Das Problem ist vielfältig. Aber “freie” Nutzung von Bilder von “freie” Mitarbeiter kann nicht in ordnung sein. Wie wäre es mit Rechnungen an die Verläge schicken? Geht dass.

    Und jemand hier hat auch ein sehr grosses Problem nochmal gezeigt wo die Verläge (und praktische ALLE Arbeitgeber) sich eine schöne Lücke machen:

    “”Es findet sich ja eh immer frisch Fleisch, was hofft nach einem Praktikum in der Fleischerei arbeiten zu dürfen.” Das sind die geheime, billige Arbeitskräfte die praktisch um sonst arbeiten und viele Aktionen kaputt machen. Nichts gegen Praktika, nur, wenn in Annonce 10x so viel Praktika angeboten werden gegen 1 “echten” Platz… da sieht die Arbeitsmarkt für ungeschütze Freie verdammt schlecht aus. Das Tier muss an alle Horne und am Schwanz angegriffen werden.

  39. So auf gar keinen Fall!
    Wenn andere ihre Rechte einklagen, geht das Ruckzuck, bei uns Freien gibt es eine
    Rechtsverzögerung von Jahren,siehe Springerbedingungen,
    in denen die Hälfte aller Freien
    pleite geht.
    WARUM kann das so sein?
    WER muß handeln?

  40. Dreister Versuch! Ich finde, ein bisschen anstand darf man als Autor schon von seinem Vertragspartner erwarten. Ich hoffe, Bauer kommt damit nicht durch.

  41. Als freie Print-Kollegin kann ich mich dem Protest nur anschließen. Auch bei uns Textern versuchen Verlage zunehmend, sich die Urheberrechte anzueignen. Wer sich der Abtretung verweigert, erhält keine Aufträge mehr. Man hat ja Verständnis für die schlechte wirtschaftliche Situation der Verlage, aber darin kann die Lösung nicht liegen.
    Hoffentlich hat der DJV Erfolg. Am besten noch Freelens ins Boot holen!

  42. Hallo liebe Kollegen und Kolleginnen vom DJV,

    ich danke euch für die Initative! Ich hoffe, sie wird viele ermuntern, sich gegen diese Bedingungen zu wehren. Auch bei uns bei Bauer sollte es heißen: Gute Arbeit gibt es nur für gutes Geld.

    Solidarische Grüße,
    Kersten Artus,
    Konzernbetriebsratsvorsitzende
    Bauer Media Group

  43. Ich verurteile diesen weiteren Versuch, aus der Abhängigkeit der Kollegen Profit fürs Unternehmen zu schlagen, aufs Schärfste. Verlage, die derartig vorgehen (und es werden in ähnlicher Form immer mehr), kapieren nicht, dass sich im Printjournalismus langfristig nur durch Qualität überleben lässt. Während Regionalzeitungen durch ihren Sparwahn immer mehr Leser verlieren, legen Zeit und Süddeutsche (wenn auch bescheiden) in ihrer Auflagenzahl sogar zu. Es ist so kurzsichtig: Wer durch Sparmaßnahmen seine Qualität opfert, macht sich letztendlich überflüssig.

  44. Ich unterstütze den Protest und plädiere für eine Petitionsliste.

  45. Es gibt nicht umsonst einen Urheberrechtsschutz, und der muss wenn nötig eingeklagt werden. Nach dem Motto: gutes Geld für gute Arbeit - und zwar für jede Veröffentlichung. Wie heißt es doch? “If you pay peanuts, you get monkeys” und einen Affenstall kann auch Bauer nicht wollen, oder?

  46. Ich muss zugeben, dass auch ich dem tw. weit mehr als 10 Jahre andauernde Geweine einiger Verlage über die schlechte Geschäftslage und die Unmöglichkeit von Honorarsteigerungen nachgegeben habe. Mit dem Ergebnis, dass die Heftpreise sich in der Zeit zum Teil verdoppelt haben, während Freien-Honorare gleich geblieben sind.

    Nun schalte ich gezwungenermaßen meinen Kopf auch in eigener Sache ein, und kommuniziere Redaktionen immer öfter, wenn ich ein eigentlich interessantes Thema habe, aber es bei ihnen für falsch positioniert oder zu schlecht bezahlt halte. Und das mit zunehmend positiver Resonanz. Denn die Redakteure unterhalb der Leitungsebene spüren, dass zuerst die Freien gepresst werden und danach Einsparungspotentiale in den Redaktionen gesucht werden. Man schaufelt sich als Redaktion also sein eigenes Grab, wenn man sich nicht für gute Bezahlung guter Artikel einsetzt.

    Wer auch für vielfach oder längerfristig verwertbare Artikel und Fotos pauschal bezahlt, erzwingt auf Dauer, dass er von Freien nur noch mit zweitklassigem Material, oder Resten versorgt wird. Das merken auf Dauer auch Anzeigenkunden und Leser.

    Insofern sollte Bauer — das gilt natürlich auch für andere Verlage — überdenken, auf welch schalem Grat man sich bewegt. Den Ruf, ein unfairer Billigheimer zu sein, kann man sich in relativ kurzer Zeit erarbeiten. Davon wieder los zu kommen ist sehr schwer.

    Mit freundlichen Grüßen
    Kai Hamann

  47. Viele Verlage klagen über sinkende Auflagen ihrer Titel. Der ihnen vermeintlich trotzdem zustehende Gewinn wird einfach den Mitarbeitern von ihrem Gehalt oder Honorar abgezogen (mindestens ein Verlag schröpft jetzt sogar schon die Zeitungsboten). Erst werden aus angestellten Redakteuren freie Journalisten; die werden dann durch Volontäre und Hobby-Journalisten ersetzt und erhalten Unterstützung durch “Leser-Reporter”. Wer beherrscht da noch/schon das Handwerk?
    Die Gesetze der Wirtschaft haben “viel Leistung für wenig Geld” niemals zugelassen. Es gibt einen Unterschied zwischen “billig” und “preiswert”. Die Leser sind nicht mehr bereit, den verlangten Preis für die immer “seichteren” Druckwerke zu zahlen, die durch Marktkonzentration und Redaktions-Zusammenlegungen immer einheitlicher werden. Für qualitativen Journalismus, der die wichtigen Fragen der Zeit benennt und Lösungen aufzeigt, wird Interesse bestehen.
    Liebe Verlage, wenn ihr wieder viel Geld verdienen wollt: Trennt euch von den letztlich unnützen BWL-Yuppies in den Teppichetagen mit ihren viel zu kurzfristigen Konzepten und beschäftigt für das gleiche Geld exzellente Redakteure und Journalisten an der Basis. Für Qualitätsprodukte gibt es einen Markt und für die Verlage dann auch eine Zukunft.

  48. Der Bauer-Verlag soll seine Freien gefälligst wieder anständig bezahlen. Schließlich arbeiten die auch professionell. Beim Bäcker bezahlen die Herren doch auch, oder nicht?

  49. So einem Verhalten gehört der Garaus gemacht. Es wird immer schlimmer - wo soll das noch hinführen. Inzwischen kann man niemandem mehr dazu raten, diesen Beruf zu ergreifen. Pfui, Bauer-Verlag!

  50. Ich unterstütze ausdrücklich die Bemühungen des DJV, sich weiterhin und möglichst verstärkt für unsere Interessen als Urheber einzusetzen. Meine Vorredner haben bereits die entscheidenden Argumente und Zusammenhänge erläutert (”Gutes Geld für gute Arbeit”, pay peanuts -> get monkeys, Abwärtspirale in der Qualität führt zu Absatzverlust). Wenn dies nur ein paar Blätter betreffen würde, dann würden die halt mangels Wettbewerbsfähigkeit über kurz oder lang vom Markt verschwinden. Sicher bedauerlich für die dabei direkt betroffenen Kollegen, aber für die gesamte Branche ein heilsamer Prozess. Doch leider scheinen mir die Machenschaften der Verlage nahezu flächendeckend, ja systematisch. Auch im (Fach-)Buchbereich. Sollte das einfach so weitergehen, verlieren dadurch am Ende dann alle. Eine Online-Petition und evtl. auch ein Boykottaufruf sollte meiner Meinung nach ernsthaft in Betracht gezogen werden.

  51. An dieser Stelle wiederhole ich mich gerne - denn es passt leider mal wieder so genau:

    “Modernes Sklaventum” - das ist die Art und Weise, wie Bauer mit seinen “Mitarbeitern” (”Arbeitsmaterial” passt besser, denn “mit” ist hier gar nix, Bauer presst seine Angestellten aus, wer dann nicht mehr pariert oder krank wird, wird entsorgt) verfährt. Ob nun frei oder im Genuss eines befristeten Vertrages, macht keinen Unterschied.

  52. Auch ich schließe mich dem Protest gegen den Bauer-”Stil” an. Nicht nur bei Bauer, sondern überall gilt: Wir Journalisten sind Generalisten, aber dennoch aufwendig ausgebildet (Studium, Volontariat etc.), wir sind hoch spezialisiert auf unser Fachgebiet, sind in der Regel höchstmotiviert. Unsere Kenntnisse, unser Können und unseren Arbeitseinsatz verkaufen wir mittlerweile leider oft zu einem Stundenlohn, der höchstens dem eines einfachen Handwerkers entspricht. Unter Wahrung der eigenen Würde kann man so nicht arbeiten. Deswegen muß sich an unseren Arbeitsbedingungen schleunigst etwas ändern.

  53. Ich freue mich sehr über die vielen “Aufgeweckten”. Das daraus eine Lawine wird, hoffe ich sehr!

  54. Alles zu meinen Bedingungen! Das ist die Maxime vieler Auftraggeber und Unternehmen. Und viele “Kollegen” lassen ales mit sich machen nur um zu überleben…willkommen im Raubtierkapitalismus

  55. Eine Unverschämtheit! Leider wird die gegenwärtige Abwertung professionellen Journalismus’ erst langfristig auf die Billig-billig-billig-Medien zurückschlagen - mit Schäden für die Demokratie, die kaum absehbar sind.

  56. Eine wichtige Initiative, der ich mich anschließe - zum Schutz der Freien (uns Freien) sowie als Recht des Lesers, den Autoren eines Textes zu kennen. Andernfalls enden wir in einem namenslosen Contentsalat, der sich selbst entwertet - wie bereits im Internet beobachtbar.

  57. Waren es nicht Verleger, wie Bauer, die sich kürzlich so vehement gegen ‘illegales’ Filesharing aussprachen, um angeblich die Urheber, die Künstler zu schützen?
    Interessant, wie schnell die Maske fällt.

    Auf Bauer und Konsorten trifft mal wieder zu:
    Niemand ist unnütz, wenn er wenigstens noch als schlechtes Beispiel dient.

    So möge es sein und das ist dann auch alles, was bleibt!
    Ich wünsche den Urhebern einen erfolgreichen Prozessverlauf!

  58. Es ist Abscheu erregend, was sich der Bauer-Verlag da ausgedacht hat. Kein Wunder, dass zurzeit so häufig über eine “Kulturflatrate” und andere Formen staatlicher Unterstützung nachgedacht wird. Wer seine engagiertesten Mitarbeiter vergrauelt und seine Blätter damit auf ein gesichtsloses Allerweltsniveau bringt, hat am Markt eben keine Chance. Ich schließe mich dem Protest an, und sage zu Bauer: “Pfui!”

  59. Verbandsklage, aber sofort! Die asozialen Heuschrecken-Verleger werden immer fetter, und die, welche den Reichtum der Heuschrecken-Verleger erarbeiten, haben nicht mehr das Brot über Nacht.

  60. Freie Journalisten sollen ausgequetscht werden wie eine Zitrone - aber so geht es eben nicht im Journalismusgeschäft. Je mehr Verleger merken, dass die Zeiten des Manchester-Kapitalismus vorbei sind, umso besser.

  61. Es wird Zeit dem auch Gesellschaftsschädigendem treiben von ein paar Groß-Verlagen ein Ende zu setzen. Diesmal ist es wieder Bauer, welcher nimmt sich ein Beispiel und bläst als nächstes ins selbe Horn? Darf ich raten? Da hilft nur eins, alle jounalistischen Interessensverbände an eine Front, egal ob für Bildjournalisten oder Texter und Autoren. Betroffen sind schlussendlich alle gleichermaßen.

  62. Wie soll unter solchen Bedingungen Kreativität entstehen, wie soll der Freie gut arbeiten können, wenn er jeden Euro umdrehen muss, jeden Monat nachrechnen muss, ob es für die Miete reicht? Solchen Misständen ein Ende und jetzt dagegen wehren, bevor die Arbeit ausgebildeter Journalisten für´n Appel und Ei zu bekommen ist! Dann darf sich keiner wundern, wenn in den Redaktionen nur noch ungelernte Praktikanten sitzen, die kostenlos arbeiten! Und wenn die zu teuer werden, dann kommt bestimmt bald neuer, arbeitswilliger Nachschub, der sich für die nächsten Jahre ausbeuten lässt….

  63. Diese Seuche, die Freiberuflicher schamlos abzugreifen oder als redaktionelle Fußabstreifer zu benutzen, ist leider dabei, sich weiter auszubreiten, egal ob Publikums-, Fach- oder Tagepresse. Irgendwann ist wohl der “Sumpf” der Freien soweit ausgetrocknet, daß Verlage und Redaktionen in puncto externe professionelle Unterstützung ziemlich auf dem Trocknen sitzen. Die sich real ergebenden Stundensätze für Freie sinken ständig (bis auf geradezu lächerliche Werte), die Kosten steigen laufend - solch ein Berufsbild ist von der materiellen Seite her höchst unattraktiv. Geld ist sicher nicht alles, aber ein Berufsleben am ständigen finanziellen Abgrund ist nicht die Option. Es werden noch viel mehr diesen Beruf an dem berühmten Nagel hängen (müssen) bzw. als Nebenerwerb-Journalisten ihrer Berufung frönen (eh, fronen). Geistiger Leistung dieser Art scheint nicht mehr viel Wert beigemessen zu werden. Kann man mittlerweile auch anbieten wie Sauerbier.

  64. Boykottiert mal schön. Es gibt genügend Bildreporter auf dem Markt, die zu diesen Bedingungen produzieren..

  65. Der Ausverkauf eines ganzen Berufsstandes durch profit gesteuerte Verleger hat doch schon lange begonnen. Nur mittlerweile wird es gefährlich existenzbedrohend, abgesehen davon, dass der Verlust der journalistischen Qualität durch diese Art der “Neustrukturierung” der Verlagsarbeit für den “gemeinen Leser” auch schon lesbar wird.

    Es ist allerhöchste Zeit, dass wir uns massiv zur Wehr setzen. Für gut gemachten Journalismus, vernünftige Arbeitsbedingungen von Journalisten, und den Erhalt unserer Arbeitsplätze und Existenzen.

  66. Da schon die Bezahlung für einen Einzelauftrag immer schlechter wird, machen diese Geschäftsbedingungen den Freien und den Festen zunehmend zum Bittsteller. Da eine mehrmalige Verwertung von Beiträgen und Fotos für den Verlag auch einen mehrmaligen Verkauf von Informationen bedeuten, ist diese Vorgehensweise als asozial zu werten. Wenn einmal bezahlte Arbeit bei künftiger Nutzung nichts mehr kostet, dann werden wir in vielen Spaten nur noch alte Informationen bekommen. Das ist dann wohl eine Arbeitsabschaffungsmaßname.

  67. Es ist immer wieder erstaunlich, was sich große Unternehmen meinen herausnehmen zu können. Ich habe mir diesbezüglich auch schon den unsäglichen Satz anhören müssen “Seien Sie froh, für eine so bekannte Zeitschrift arbeiten zu dürfen (…)”. Da verliert man irgendwann die Lust.

    Aber wir sollten uns vielmehr dagegen wehren! Aufstehen, ansprechen, nein-sagen, und - wie oben schon angesprochen - auch mal ein Abo kündigen…

    So gehts jedenfalls nicht!

    Kollegiale Grüße
    Hartmut Priesner

  68. Viele Verleger haben die Bonuszahlungen wie die Bänker im Auge. So Zumwinkelt es weiter,
    hoffe die Bevölkerung bekommt immer mehr mit, von diesem Unwesen mit juristischer Beteiligung.
    Kultur und Schamgefühl muss man für diese Machtmenschen erst mal wieder übersetzen.

  69. Leider hat Kommentator Nr. 61 zu 90 Prozent Recht. Es lassen sich viel zu viele Kollegen regelrecht ausbeuten aus lauter Freude darüber, dass ihre Beiträge und Bilder überhaupt veröffentlicht werden.
    Auf jeden Fall müssen wir gegen Ausbeutung und Versklavung protestieren.
    So manche Verleger behandeln ja nicht nur Freie schlecht. Angestellten geht es nicht besser.

  70. Ich warte ja nur noch auf den Tag, wo WIR Journalisten für unsere Bilder bezahlen sollen, weil die Verlage so gnädig sind und sie abdrucken…

    Ich kann die Initiative gegen solche Ausverkauf-Praktiken nur unterstützen. Und einmal mehr hoffen, dass nicht nur den Verantwortlichen beim BAUER Verlag - sondern auch bei vielen anderen Verlagen - endlich ein Licht aufgeht. Nach (hoch) qualifiziertem Nachwuchs in der Freelancer-Landschaft suchen sie so jedenfalls schon bald vergeblich.

  71. Ich unterstütze es mit Haut und Haaren, sich gegen die immer menschenfeindlicheren Repressionen der profitverblendeten Verleger, Produzenten, Manager zu wehren. Und natürlich heisst es dann gleich: Da können wir doch nichts ändern und natürlich geht dem Protest die Luft in spätestens zwei Wochen wieder aus. Aber ich habe immer noch die Hoffnung, dass der Protest eines Tages doch erfolgreich ist und sich etwas zu Gunsten der Qualität im Journalismus verändert.

  72. Endlich rührt sich mal was beim DJV. Wir müssten eine größere Kampagne in der Solidarität mit allen machen. Die Jüngeren unter uns sollten einen guten Start in das Berufsleben haben, also bitte tragt Euch alle ein.

  73. Bei dieser Vorgehensweise der Verlage ist es nicht verwunderlich, dass die Qualitaet der Inhalte zusehends schlechter wird und somit das Ueberleben vieler Publikationen gefaehrdet ist. Denn schliesslich reduziert sich das Stammpersonal in den Redaktionen kontinuierlich; die Arbeit muss aber trotzdem getan werden, was nur mit freien Journalisten moeglich ist. Letztendlich verfolgen die Verlagsentscheider mit solch strategisch unsinnigen Vorgehensweisen einen Kurs, der mittel- und langfristig die wirtschaftliche Situation der Verlage selbst nur noch verschlimmert. Wie man es besser machen kann: http://www.lrn.com/how/index.html

    Freie Journalisten sollten als Partner der Verlage respektiert werden und da gehoert einfach eine faire Entlohnung ohne wenn und aber dazu.

  74. Arbeit muss angemessen entlohnt werden - gerade auch die Arbeit von Freien. Deshalb unterstütze ich diese Initiative gegen die Geschäftsbedingungen des Bauer Verlags.

  75. Der Bauer Verlag ist ja nicht der einzige der diese Masche versucht.
    Es gibt aber auch Kollegen, die sich daran nicht stören. (Leider)

  76. Ein weiterer Verlag, der versucht, auf Kosten der Mitarbeiter die Rendite zu steigern. Erstaunlich, dass den Verantwortlichen in den Vorstandsetagen und auch in der Politik immer noch nicht aufgegangen ist, dass gesteigerte Rendite bei zwangsläufig schlechterer Produktqualität auf Dauer auch den dümmsten Kunden - oder Abonnenten - in die Flucht schlägt…

  77. Spielen wir doch einmal den Gedanken für den Bauer-Verlag als Protest von der richtigen Seite durch: was ist, wenn die Freien einmal vier Wochen nichts liefern als Zeichen des Protests. Dann ist nämlich bei Bauer - wie auch bei anderen Verlagen - ziemlich schnell Feuer in der Hütte, wenn plötzlich diese Arbeit und Recherche von festangestellten Redakteuren gemacht werden muss. Also gutes Honorar für gute Arbeit. Fünf Mal Abdruck, fünf Mal Honorar. Einfacher und klarer Weg.

  78. Leider sind derlei Praktiken derzeit gang und gäbe. Und es ist eher billig, diejenigen Kollegen, die sich darauf einlassen, zu solchen Bedingungen zu arbeiten, dafür an den Pranger zu stellen: Wenn der Dispo ausgeschöpft ist, die Miete drückt und das Finanzamt mit Pfändung droht, ist man eben in vielen Fällen dann doch bereit, von hehren Prinzipien Abstand zu nehmen.
    Zunächst vielleicht nur “ausnahmsweise” und weil es sich eh nur um eine Zweitverwertung handelt; aber beim nächsten Mal ist man schon weniger pingelig - und schließlich ist es ganz normal, beim täglichen Poker um die Dumpinghonorare mitzumachen - Hauptsache, es kommen überhaupt noch ein paar Euro rein.

  79. Also nun ist auch der Bauer-Verlag, der sich selbst als feiner und solider Pinkel im gehobenen deutschen Verlegersegment sieht, unter die Sklaventreiber gegangen und keilt gegen eben jene, die ihm zu seinem Hochglanz über Jahrzente hinweg mit verholfen haben. Alles zum Wohle des Profites. Pecunia non olet !

  80. Wir Freie allein können nichts ausrichten, denn hinter jedem von uns stehen schon wieder neue Freie. Vielleicht ist es jetzt an der Zeit, dass sich auch mal die fest angestellten Fotografen/Redakteure mit uns verbünden, indem sie zwar in der Redaktion erscheinen, aber kein Blatt machen. Und das etliche Tage lang. Ich fürchte nur, die unteren Chargen haben auch Angst um ihren Job, und die Führungsebene ist solidarisch mit den Herren Verlegern …

  81. Ich unterstütze diesen Protest!!! Der Bauer Verlag soll seine freien Mitarbeiter gefälligst wieder anständig bezahlen!!!

  82. Hiermit möchte ich alle Kolleginnen und Kollegen, die in einer ähnlichen Situation wie bei Bauer sind unterstützen. Zu Kommentar 18 Videojournalismus möchte ich einwenden, dass diese neue Berufsform viele Vorteile hat: Man kommt nah ran an Geschichten, ist schneller und flexibeler als im kompletten EB-Team. Nur mit viel Übung allerdings lässt sich die Qualität halten. Auch auf diesem Sektor muss sich der Preis einpendeln. Es geht gar nicht, dass für 2 Min Beiträge 90 Euro gezahlt werden!!! In Sachen Video-Journalismus bin ich für alle Kontakte dankbar. Soweit ich informiert bin gibts im DJV noch keine Arbeitsgruppe/andere Netzwerke?

  83. Diese “Geiz ist geil” Gesellschaft macht nur noch traurig, langsam vergeht einem dabei die Lust am Arbeiten. Habe gerade meine beiden Zeitschriften bei Bauer storniert. Für heute eine kleine persönliche Genugtuung, aber was ist Morgen???

  84. Letzlich sägt hier der Bauer-Verlag vielleicht am eigenen Ast. Was würde wohl geschehen, wenn nur einen Monat lang kein freier Texter und Fotograf mehr Material liefert? Wäre doch einmal zu überlegen …

  85. Den Protest unterstütze ich uneingeschränkt. Wehren wir uns gemeinsam gegen das kalte Rendite-Denken!

  86. Da freue ich mich ja mal auf meine Zeit als freier Journalist anch dem Studium, die Bauer-Abos werden jetzt schon gekündigt.

  87. Eine ganz besondere Art Bauer(n)-Opfer. Alle Macht dagegen!

  88. Verlage, die kein Geld für gute Arbeit ausgeben wollen, erhalten sich auf die Dauer nur die schlechten Mitarbeiter, egal, ob feste oder freie. Die Hannoverschen Tageszeitungen machen es seit geraumer Zeit vor: Weil Mitarbeiter eingespart wurden, passen immer öfter Überschriften nicht zu den Inhalten von Artikeln, weil gekürzt wurde, niemand zum Korrekturlesen da war - ich habe mein Abo dort schon lange gekündigt. Dort wie für andere Blätter gilt: Qualität kann ruhig ihren Preis haben, sie setzt sich auf die Dauer durch. Qualität können aber nur genügend und angemessen bezahlte Mitarbeiter liefern!

  89. Ich rate mittlerweile Jedem, der mich fragt, ob Pressefotografie eine berufliche Option ist, die Finger davon zu lassen! Diesen Beruf kann ich leider - trotz aller Freude damit - nicht mehr empfehlen. Eine anständige Harz IV-Karriere scheint die bessere - sprich: stressfreiere - Option zu sein. Denn für mau arbeiten ist anstrengend und sinnlos.

  90. Zu #76:
    Auch wir Freie sind wie die Festangestellten Mitglied in der Gewerkschaft. Für die Festangestellten in Redaktionen tut der DJV relativ viel, weil er auf überschaubaren, benennbaren Kampfplätzen mit klaren Regeln handeln kann. Für die Freien ist das in dieser Form nicht möglich, weil wir (noch) als einzelne Vogelfreie behandelt werden. Leider auch viel zu oft, und das sage ich in aller Verbundenheit und ohne Anklage, innerhalb der Gewerkschaft. So nützt etwa die zuletzt durchgeführte Freien-Studie nichts, wenn sie eine kommentierte Bestandsaufnahme ohne konkrete Folgen ist.

    Was das eigentliche Ziel des DJV sein muss, ist meiner Meinung nach, dass auch für Freie klare Mindestregeln gelten, die von keinem Verleger gebrochen werden dürfen, der mit Gewerkschaftsmitgliedern arbeiten will. Nur dann können Feste und Freie nicht gegeneinander ausgespielt werden, wie es immer häufiger passiert. Und dabei werden auch die Festangestellten Position beziehen müssen, wenn sie die Solidarität innerhalb der Gewerkschaft nicht nur für sich beanspruchen wollen. Feste und freie Journalisten haben Aufgaben, die sich in der Praxis ergänzen!

    Vor den “neuen Freien, die hinter jedem von uns stehen” denke ich, muss man keine diffuse Angst haben. Anfänger zu sein, ist im Journalismus genauso wenig von Vorteil, wie in anderen Berufen, bei denen Können und Praxiserfahrung gefragt sind. Es muss natürlich Anfänger geben, jeder von uns war einer. Aber wer sich für diesen Beruf entscheidet und nicht nur einen Brot-und-Butter-Job macht, sollte die Möglichkeit haben dazuzulernen und zu wachsen und nicht in Konkurrenz gegen die Erfahreneren mit ihren Finten und Tricks, Kontakten und Beziehungen aufgerieben werden. Das nämlich nützt wiederum nur den Verwertern.

    Ähnliches gilt für Hobby-Schreiber und Gelegenheits-Knipser. Müssen Rechtsanwälte sich vor Laienrichtern oder Schöffen fürchten, Ärzte sich vor Wunderheilern, Architekten sich vor Legosteinen zusammensteckenden Kindern? Natürlich nicht, auch wenn die Amateure und Semiprofis oft ganz erstaunliche Leistungen vorweisen können. Aber eben nicht dauerhaft und verlässlich.

    Auch als freier Journalist sollte man sich weder überbewerten, noch sich kleiner machen, als man ist. Wobei, das bitte ich zu bedenken, Rechtsanwälte, Ärzte, Architekten etwas haben, was wir freien Journalisten in dieser Form aus verschiedenen Gründen — die ich vor allem in der kreativen Leistung sehe; auch Künstler haben keinen an der Größe ihrer Werke bemessenen Mindestlohn — so kaum bekommen werden: Gebührenordnungen, in denen ganz klar vorgegeben wird, welche Leistung wie entlohnt werden muss.

    Ich hoffe, bei dieser abendlichen Fingerübung einige zusätzliche lästerliche Gedanken formuliert zu haben, die vielleicht ja Anstoss zum Weiterdenken und Diskutieren geben.

    Alles Gute
    Kai Hamann

  91. Als freie Wort- und Bildjournalistin bin ich auf angemessene Honorare angewiesen. Insbesondere, weil ich großen Wert auf unabhängige Artikel lege. Wer “frei” bleiben will, wird in Zukunft wohl den Beruf wechseln müssen, um den Journalismus als - kostspieliges - Hobby weiter betreiben zu können.

  92. Das ist völlig inakzeptabel.
    Da Bauer bei Mehrfachverwertung mehrfach kassiert, hat auch die Honorierung für die Autoren/Fotografen mehrfach fällig zu sein.

  93. Gute Arbeit muss angemessen honoriert werden, auch mehrfach, wenn damit mehrfach Wert geschöpft wird, sonst wird es bald keine gute Arbeit mehr geben.

  94. Wer mit Urhebern nicht sorgsam umgeht, verliert sein wichtigstes Kapital. Es sollte dem Verlag nicht egal sein, wie er mit denen umgeht, die für ihn arbeiten. Schließlich lebt er von dem Wert, den sie schaffen. Jeder Verleger sollte sich dessen bewusst sein, dass er über kurz oder lang für Hobby-Honorare auch nur noch Hobby-Qualität erwarten kann.

  95. Es gibt mir zu denken, dass ausgerechnet eine freie Standesorganisation wie Freelance den juristischen Sieg errungen hat. Vielleicht ist die Idee einer Freiengewerkschaft doch nicht so unsinnig. Dennoch ist auch dieser Kampf nur zu gewinnen, wenn noch mehr Betroffene mitmachen-

  96. Als angestellte Redakteurin und Betriebsrätin im Bauer Verlag bin ich entsetzt, wie der Verlag mit freien Journalisten umgeht.

  97. Wenn ich die Zuschriften durchsehe, hat als einziger Jochen Maaß die Ursache richtig erkannt. Wem imponierte nicht, wenn smarte glattgebügelte Jungs, frisch von der Uni und vollgestopft mit modernstem Wissen, einem erzählen, dein Betrieb wird doch noch mittelalterlich geführt, wer bezahlt den heute noch sorgfältig recherchierende Journalisten, wenn es Leserreporter doch genau so gut können? Die Leute lesen doch gar nicht mehr so genau, und falls was schief geht und ein paar klagen, das stecken unsere Anwälte doch locker weg. Tatsächlich wird ja eine Weile guter Gewinn gemacht - und wenn die Auflage absackt, dann sind die “BWL-Yuppies von der Teppich-Etage” längst wo anders. Leider traurig: Zeitungen und Zeitschriften werden heute nicht mehr von Verlegern verlegt, sondern von Kaufleuten, denen das Produkt so gleich ist wie der Sadine die Büchse. Eines verwundert mich allerdings in dieser Medienwelt: Warum haben es die Musikschaffenden geschafft, sich mit der GEMA eine Geldeintreiberei zu schaffen, die mitunter bereits skandalös ist, die VG Wort sich nur mit den Vervielfältiger-Herstellern rumstreitet. In die Richtung sollten neue Ideen entwickelt werden.

  98. diese marktstrategien ziehen sich durch die gesamte verlagslandschaft .
    auch der verlag der rheinischen post ist in dieser tendenz keine ausnahme .
    er versucht seit jahren seine pauschalisten und freie in ähnliche verträge zu drängen .
    schade ist dabei meiner meinung nach , das qualität und freude in dem beruf verloren geht .
    ganz davon zu schweigen , dass es existenzbedrohend ist .
    es macht keinen spass , eine zeitung zu repräsentieren , die nicht an einer zusammenarbeit im sinne von qualität interessiert ist , sondern an einseitigem profit .
    und ich spüre das mehr und mehr in meinem geldbeutel .
    ich kann mir meinen beruf bald nicht mehr leisten !

  99. Jeder Mensch braucht für anständige Arbeit anständige Honorare bzw. Lohn, von dem man auch leben kann. Das gilt nicht nur für Journalisten. Dass ausgerechnet Verlage als Meinungs-Bildner und Meinungs-Multiplikatoren gegen die Bedingungen verstoßen, über die sie eigentlich informieren und aufklären sollen, ist ein weiterer Beweis für zunehmende soziale Kälte in unserem Land. So etwas dürfen wir, die Journalisten, Autoren, Fotografen und unsere Verbände, niemals zulassen. Nur wir, die wir uns unserer sozialen Verantwortung bewusst sind, können das verhindern – von der Politik, die nach Wählern schielt, haben wir nichts zu erwarten.

  100. Die Argumente sind von den Kollegen genannt, was kann man tun? Klagen? Schade, dass Marx bis heute nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat….Ich schließe mich dem Protest an - und träume weiter.

  101. Jürgen Buch hat völlig Recht: Qualität muss ihren Preis haben, auch und sogar gerade im Journalismus. Der Wunschvorstoß des Bauer-Verlages, Urheber auszunehmen wie Weihnachtsgänse, hat hingegen hoffentlich auch sein Gutes: Dass wir Produzierenden, also die journalistischen Urheber, es mal bemerken, dass wir mit ständiger Ja-und-Amen-Sagerei zu den Verlagsbossen nicht weiter kommen. Investor zu sein heißt schließlich auch: was zu riskieren. Verluste auch bei den Großen gehören nun mal zum Geschäftsleben. Es kann einfach nicht sein, dass immerzu die Kleinen und ursprünglich Kreativen die Zeche zahlen, während pfiffige Geschäftsleute und untalentierte Normalbürger (Aktionäre) sich damit delektieren. Insofern ist es jetzt doch eine gute Gelegenheit, der verfressenen Verlegersphäre - und damit indirekt auch der Leserschaft - mal zu zeigen, wo der Hammer hängt. Das setzt allerdings ein Minimum an Zusammenhalt von uns journalistisch Kreativen voraus – und wo es bisher kein Streikrecht gibt,
    könnte ja vielleicht eines entstehen. Sofern die großartigen Gewerkschaften hier ausnahmsweise mal ihren Hintern richtig hochkriegen, statt sich mit Demos morgens um acht Uhr profilieren zu wollen.

  102. Ich unterstütze den Protest!!

  103. Ich unterstütze diese Initiative hier, da gute Arbeit entsprechend honoriert werden muss. Der “Starke” darf die “Schwächeren” nicht ausnutzen!

  104. Ich unterstütze den Protest!

  105. das geht gar nicht! erst jalag, dann bauer. bei den honoraren kann man gleich zu hause bleiben.

  106. Der Betriebsrat der Heinrich Bauer Achat KG unterstützt den Protest der freien Bild- und Textjournalisten.

  107. Ich unterstütze den Protest zugunsten der Kollegen vom Bauer-Verlag und begrüße die Aktion des BJV.

  108. Für mich ist es einfach, den Protest zu unterstützen, weil ich mit Bauer zum Glück nichts zu tun habe.Ginge es um meine Auftraggeber, weiß ich nicht, ob ich mich trauen würde. Das geht sicher nicht nur mir so. Möglicherweise brauchen wir tatsächlich eine Freiengewerkschaft.

  109. Die Damen und Herren von der Verleger- und Verwaltungsfront sollten einmal eine komplette Kameraausrüstung zwei Wochen lang durch die Sahara schleppen. Wahrscheinlich kämen sie dann auf die Idee, dass die von ihnen vorgeschlagenen Honorare und die Nutzungsbedingungen ein Hohn auf die Fotografen sind.
    Roger Gerhardy

  110. Solange die Verleger und Verlegerinnen noch mit riesigen Schlitten rumkreuzen, sich bei Banketts den Bauch vollschlagen und akribisch darauf schauen, ob ihre Mitarbeiter auch genügend arbeiten, scheint ja in diesem, unserem Lande noch alles in Ordnung zu sein!? Natürlich unterstütze ich den Protest. Geringere Honorare für solche Jobs sind nicht tragbar, vor allem wenn man bedenkt, zu welchen Arbeitszeiten und unter welchen Bedingungen sie teilweise verdient werden müssen. Eine Freiengewerkschaft wäre also, wie schon vorgeschlagen, wirklich nicht unsinnig.

  111. Ich habe mit Bauer auch nichts am Hut, aber die Tatsache, dass nach nun nach mehr als einer Woche nicht viel mehr als hundert Wortmeldungen zusammengekommen sind, zeigt, dass es mit der Solidarität unter Journalisten nicht weit her ist. Wenn man ehrlich ist, hat die Wadlbeißerei unter den Kollegen doch längst die Oberhand, und jeder ist sich leider selbst der nächste. Das ist wirklich schade: heute weiß jeder bestens über die Bezahlung und Arbeitsbedingungen von Kindergärtnerinnen und Ärzten Bescheid – der Verdienst von Journalisten ist kaum jemandem eine Zeile wert.

  112. Es reicht. Auch das Gejammer über schlechte Arbeitsbedingungen. Wehrt euch, liebe Kollegen. Denn da hilft nur eins: Öffentlich machen, nicht mitspielen. Diejenigen, die glauben davon zu profitieren - auch fest angestellte Redakteure, die ihre Produktionskosten niedrig halten - sind morgen die Ausgeschmierten, weil spätestens dann auch sie durch noch billigere Kollegen ersetzt werden. Wird Zeit, dass wir ach-so-schlauen Journalisten auch bei uns selbst die Zusammenhänge kapieren!

  113. Die Zumutungen des Bauer-Verlags sind ein siitenwidriges Rechtsgeschäft gemäß § 138 BGB.

  114. Es verschlägt einem glatt die Sprache, wenn man die Vertragsbedingungen, die der millionenschwere Bauer-Verlag den Freien aufdiktieren will, liest: Sich selbst von jeder Verantwortung reinwaschen und Mitarbeiter in quasi nicht durchführbare Verantwortung und Zahlungspflicht zwingen. Irgendwie erinnert das an jene fatale Situation, die wir alle gerade durch die Wirtschafskrise erleben: hier wird letztlich auch der Steuerzahler die Sünden der Multis finanzieren.

  115. Eine tolle Taktik, die hier in ihre nächste Runde geht: Immer mehr Feste zu Freien machen und die dann mit Knebelverträgen auspressen wie Zitronen. Es wird Zeit, dass sich die Freien nicht wie Zitronen behandeln lassen, denn sie sind keine Zitronen. Also kann das Motto nur lauten: Einspruch Euer Ehren! Und sei es vor Gericht,… da es anscheinend keinen anderen Ort gibt, an dem man auf Augenhöhe begegnen kann, um diese einseitige Bevorteiligung von eigenen Gnaden ins Lot zu rücken.
    Jetzt ist der Verband gefragt!

  116. Mehrfachwerwertung und das Recht auf Namensnennung ist und bleibt (!) das Grundrecht der Freien. Also ganz klar: Mehrmals nutzen - angemessen zahlen! Hier hilft nur gemeinsam wehren. Ich unterstütze den Protest der Kollegen von Bauer-Verlag!

  117. Man kommt sich vor wie in Manchester vor zwei Jahrhunderten. Das ist Piraterie und wir Fotografen sind die Geiseln.

  118. Das ist nicht nur bei den “großen” Verlagen der Fall, sondern auch bei Fachzeitschriften. Diese einseitigen Knebelverträge werden seit mehr als zwie Jahren von den meisten Fachverlagen vorgelegt. Wer nicht unterschreibt - so ist es mir mit einem Kölner Baufachzeitschriftenverlag ergangen - wird einfach nicht mehr publiziert. In diesem Fall hat man sogar meinen anderen Kunden erzählt (auf der Messe), dass ich nicht mehr mit dem Verlag zusammenarbeiten möchte, weil ich diesen Knebelvertrag nicht unterzeichnet habe. Leider musste ich feststellen, dass “Kollegen” in diese Bresche gesprungen sind und meinen Part übernommen haben - und diesen Knebelvertrag unterzeichneten. Solidarität endet bedauerlicherweise oft bei Kollegen, wenn es ums Geld geht.
    Zudem muss ich sagen, dass ich seinerzeit dem DJV den Sachverhal geschildert hatte, doch keinerlei Unterstützung erfuhr!

  119. Dass Urheberrechte regelmäßig verletzt werden, weiß jeder Fotograf. Dass wir das jetzt auch noch offiziell unterschreiben müssen, ist schlimm. Dass schon 50% der freien “Bauer-Fotografen” unterschrieben haben, toppt alles und macht alle folgenden Debatten und Demonstrationen schwieriger.

  120. Auch ich schließe mich dem Protest an.

    Diese Klausel ist nur eine von vielen unverständlichen Handlungsweisen des Bauer-Verlages und deren “Marionetten”, zum Beispiel im Hause “Magdeburger Volksstimme”.

    Wenn vielleicht fehl am Platz, doch auch die freie Meinungsäußerung wird im Hause “Volksstimme” mit Füßen getreten. Und ich spreche aus mehrjähriger Erfahrung als ehemalig “freier” (Foto)-Journalist für die “Volksstimme”. Kurze Erläuterung: Meine Partnerin hatte ohne mein Wissen ein Leserbrief geschrieben und sich erlaubt “Kritik zu äußern”. Mit Folgen. Denn bereits wenige Tage später erhielt ich einen Anruf vom heute noch scheinbar (laut Impressum) Sportverantwortlichen der Lokalausgabe, der mir am Telefon erklärte, “die freie Mitarbeit werde auf Eis gelegt.” Grund sei der Leserbrief gewesen, der nach seinen Aussagen von meinem Computer geschrieben wurde und meinen Wortlaut widerspiegelte. Und es kommt noch besser: Darauf hin hat man bei der Mutter meiner Partnerin, die ebenfalls den Leserbrief unterzeichnete, angerufen und nachgefragt, ob sie diesen Brief mit verfasst hat.

    Das ist nur ein Fakt, der mal öffentlich dargestellt werden sollte.

  121. Ich schließe mich dem Protest an und warte auf den Tag, an dem es ein Rettungspaket für notleidende Verlage gibt - zahlbar von den Freien. Lang lebe der ungebremste Kapitalismus in diesem unserem Lobbyland! Das Problem ist doch, dass wir Freien keine starke Lobby haben. Es gibt einfach zu viele Einzelkämpfer, die dann auch noch in “Splittergruppen” organisiert sind. So lange wir es nicht schaffen, DJV, Verdi und Freelens als eine starke Einheit auftreten zu lassen, so lange werden wir nur marginale Erfolge in Verhandlungen erzielen und noch weniger davon praktisch durchsetzen können. Diese Minierfolge, die uns zur Beruhigung zugestanden werden, sind jedoch nicht einmal das Papier wert, auf dem sie geschrieben stehen. Eine weitere “Gewerkschaft”, wie weiter oben geschildert, würde die Situation sicherlich eher nicht verbessern. Noch eins zum Verständnis: Um das Urheberrecht kann es ja wohl nicht gehen. Das ist per Gesetz unverkäuflich und zwar selbst dann, wenn der Urheber es selbst gern verkaufen würde.Es kann also “nur” um Nutzungsrechte gehen und die sind unser Kapital.

  122. Bauer und Co. sollten sich schämen! So spielen sich Verlage in ihren Medien gern als die Moralapostel der Nation auf. Wenn’s jedoch um die eigenen Mitarbeiter geht, werden Moral und Rechtmäßigkeit vergessen. Gier und Raubrittertum treten an ihre Stelle.

    Im Übrigen: Mit der Ausbeutung von Fotografen und Journalisten geht auch die Qualität unter. So bereiten die Verlage ihren eigenen Tod vor. Wie heißt es doch so treffend: “If you pay peanuts, you will get monkeys!”

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